Chronik

Wie alt der Fasching in Pfeffenhausen eigentlich wirklich ist, weiß niemand. Dass die Pfeffenhausener bereits vor vielen hundert Jahren keine Kinder von Traurigkeit waren, beweist ein Eintrag in einem Rottenburger Geschichtsblatt anno 1542: „Der Rottenburger Gerichtsherr meldet an das Vitztumsamt Landshut, dass die Pfeffenhausener Bürgerschaft in der letzten Carnevalszeit auf öffentlichen Straßen und Plätzen einen Mummenschanz voll Hohn und Spott gegen die Obrigkeit gehalten habe und da er selbst nicht wisse, wie er dagegen vorzugehen habe, es dem Rentmeister melde."

Am 16. März 1950 gründete sich der Verein „Die Förderer“, der es sich zur Auflage machte, die Traditionen in der Gemeinde Pfeffenhausen zu unterstützen und zu fördern. Darunter fällt auch die Organisation des Faschings mit einem Prinzenpaar und einer Prinzengarde, diverser Veranstaltungen und des Faschingsumzugs. 62 Personen waren zur Gründungsversammlung in die Brauerei Reder erschienen, die von Josef Angermeier einberufen wurde. Anton Dürmeier wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, Josef Angermeier zu seinem Stellvertreter. Das Amt des Schriftführers übernahm Josef Pöschl, Kassier wurde Ludwig Freiberger. Anton Wackerbauer wurde zum Werbe- und Pressewart ernannt, Hubert Hohenester zum Kulturreferenten. Beisitzer waren Hermann Winhard, Cölestin Hofschuster, Dr. Anselm Schaber und Karl Schloder. Zu den Ausschusssitzungen wurden auch die Vorsitzenden der Vereine geladen, im Einzelnen waren dies Hans Galler für den Turnverein, Josef Nußbaumer für den Sportverein, Josef Wackerbauer für die Feuerwehr, Lehrer Teske (VdK), Dr. Koch (Flüchtlinge) und Konrad Fahmüller (Gesellenverein). Von den Anwesenden traten 52 Herren sofort dem Verein bei.

Zur Organisation des Faschings wurde ein eigenes Komitee gegründet. Anfangs fand der Faschingsumzug noch am Faschingssonntag statt, der mit einem Volksfest verbunden wurde. Allerlei Fieranten und Marktbeschicker fanden sich zu dem Volksfest ein, folglich war auch nach dem Umzug für beste Unterhaltung gesorgt. Mehrere tausend Zuschauer fanden sich alljährlich zu diesem Spektakel ein. Am Faschingsdienstag stand eine eigene Veranstaltung auf dem Programm. Zu dem Umzug hatten sich schon damals „mehr als zwei Dutzend Wagen mit allen möglichen und unmöglichen Darstellungen“ angemeldet, wie es in einem Zeitungsartikel von 1951 heißt. Allerdings wurden die Wagen noch von Pferden gezogen.  „Prominente Gäste aus allen Erdteilen, seien es bekannte Politiker oder Wirtschaftler etc. haben ihr Erscheinen telegr. angemeldet. (…) Vom Europarundfunk wird ein eigener Funkwagen, der die Besucher stets über die Programmfolge am Laufenden hält, abgestellt“, geht der Text weiter. Die Inthronisation des Prinzenpaares und die Schlüsselübergabe fanden ebenfalls am Faschingssonntag statt, sodass die Regentenzeit relativ kurz ausfiel.

Voraussetzung für eine gelungene Faschingsveranstaltung war damals wie heute, „dass alles, ob Jung, ob Alt, ob Geschäftsmann oder Bauer, Beamter oder Arbeiter mitmacht und sich nicht abseits stellt.“ Schon damals standen der Spaß und die Geselligkeit während der närrischen Tage an oberster Stelle. In einem Sitzungsprotokoll des Faschingskomitees von 1951 heißt es, die Faschingsveranstaltungen von 1952 sollen unter dem Motto „Keiner ohne Maske“ stehen. Auch das Erstellen und Veröffentlichen der Faschingszeitung „Die Rote Spinne“,  zählte zu den Aufgaben des Komitees. Die Zeitung brachte in „echt humorvoller Weise Berichte aus aller Welt (Politik, Wirtschaft und Kultur) und viele lokale Nachrichten aus der engsten Heimat, vor allem viele Neuigkeiten.“ Der Bezugspreis betrug 20 Pfennige zzgl. 5 Pfennig Zustellgebühr. Doch die „Rote Spinne“ erschien nur viermal, da sie wegen zu großen Anstößen aufgegeben werden musste.

1957 fand der Faschingsumzug am Faschingsdienstag statt, am Faschingssonntag gab es den sogenannten „kleinen Faschingsumzug“. In den Jahren 1961, 1962 und 1990 musste der Faschingsumzug ausfallen. Früher war am Faschingssonntag der „Rathaussturm“. Dann musste der jeweilige Bürgermeister die Schlüssel abgeben und die Narren hatten das Sagen. Heute findet die Schlüsselübergabe im feierlichen Rahmen beim Inthronisationsball Anfang Januar statt. Dafür ließ die Vorstandschaft im Jahre 2000 am Faschingssonntag wieder das bunte Faschingstreiben aufleben, das alljährlich zahlreiche Besucher und Faschingsgruppen auf den oberen Marktplatz lockt.

Der Auftritt der Prinzengarde besteht aus einem Standardteil und der Mitternachtsshow.  Neben dem Gardemarsch halten die Gardemädls zu späterer Stunde eine weitere Einlage bereit, ebenso wie das Prinzenpaar, das zum Walzer noch einen zweiten, meist flotteren Tanz, einstudiert. Seit 1979 gibt es das Männerballett, das seitdem die Lachmuskeln der Ballbesucher strapaziert. Alljährlich lassen sich die jungen Männer witzige tänzerische Darbietungen einfallen. Im Jahr 1998 wurde die Showtanzgruppe eingeführt, die jedes Jahr aufs Neue die Zuschauer mit ihren akrobatischen Hebefiguren in Erstaunen versetzt. Ab 1953 trat das Prinzenpaar mit Gefolge auch bei auswärtigen Veranstaltungen auf. Mit wachsendem Erfolg, vor allem in den letzten Jahren werden die Auftritte in anderen Gemeinden immer zahlreicher.

Bis 2008 war auch die Moritat fester Bestandteil des Pfeffenhausener Faschings. Phantasievoll geschminkt und kostümiert nahm eine Gruppe von Männern einen Bürger der Marktgemeinde aufs Korn. Musikalisch begleitet trugen sie eine heitere, aber wahre Begebenheit aus dem Leben des „Derbleckten“ vor. Früher nahm auch der Gemeinderat als Elferrat am Faschingsumzug teil, doch auch diese Tradition hörte sich vor einigen Jahren auf.

Am 19. September 2009 schließlich machte sich das Faschingskomitee als Abteilung der „Förderer“ selbstständig. Etwa 40 Mitglieder gründeten den Verein „Narrhalla Pfeffenhausen e.V.“ im Brauhaus in Pfeffenhausen. Anton Ernle, der federführend die Gründung des Vereins organisierte, wurde zum Präsidenten gewählt, sein Stellvertreter wurde Christian Huber. Das Amt der Schriftführer bekleideten Susanne Grünleitner und Andrea Dusl, Susanne Zettl und Alexandra Zettl verwalteten die Vereinskasse. Zu Beisitzern wurden Andreas Braun, Rita Franz, Alexander Gerstl, Thomas Haage,Tobias Heinrich, Markus Pless, Judith Popp, Florian Stanglmeier und Tobias Weiherer ernannt.

 

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Präsident der Narrhalla Pfeffenhausen e.V.

Tobias Weiherer
Mühlbachstr. 7
84076 Pfeffenhausen

Narrhalla Pfeffenhausen e.V.